Einige Tage schwirrt mir das Thema “Dschungelcamp” schon im Kopf herum. Judy´s Beitrag hat mich nun dazu beflügelt auch meinen Senf dazu zu geben!
Ganz ehrlich, sie bringt es perfekt auf den Punkt! Alle äußern sich darüber meist negativ und keiner vermag es sich einzugestehen, dass gelegentlich oder auch regelmäßig “Ich bin ein Star – holt mich hier raus” geguckt wird. Niemand möchte zugeben sich an den lächerlichen Begebenheiten, die B- oder C-Promis zur Schau stellen, erfreuen zu können.
Meine Erfahrungen mit RTLs Dauerbrenner treffen exakt was Judy beschrieben hat. Eines Abends an dem ich wusste, dass der Wecker am nächsten Morgen nicht so früh klingeln wird, bin ich beim beliebten durch zappen auf einer der ersten Folgen des diesjährigen Dschungelcamps gelandet. Ich blieb dort ungefähr 20 Minuten, bis zur nächsten Werbepause hängen. In dieser Zeit konnte ich mir einen groben Überblick verschaffen wer teil nimmt, Stressfaktor ist oder auch einfach auf eine gewisse Weise sympathisch rüber kommt.
Am nächsten Tag in der Mittagspause kam dann auch besagtes Thema auf und ich äußerste eine kleine Anekdote, welche ich noch vom Vorabend in Erinnerung hatte. Prompt kam Gelächter auf und eine Stunde später, habe ich von der ersten Kollegin bereits einen Link geschickt bekommen in dem köstlichst über das Treiben im Dschungelcamp berichtet wurde. Verziert mit dem Kommentar “Du guckst das doch
“. Natürlich habe ich das mit Humor genommen, da ich behaupte prinzipiell besonders liebe Kollegen zu haben. Verwundert war ich im Nachhinein nur darüber, warum denn die meisten besser informiert waren als ich selbst.
Wirklich gesehen habe ich die Sendung danach nicht mehr, was aber keineswegs auf diese Mittagspause zurück zu führen ist und nicht bedeutet, dass ich mich nicht mehr dafür interessiert habe. Allgemein schaue ich aus Zeit- und Interessensgründen sehr wenig TV, fand es aber jeden Morgen in der U-Bahn sehr nett beim üblichen Check der Focus-App alle brisanten News aus dem Dschungelcamp aufzusaugen.
Motiv dahinter waren verschiedene Dinge. Zum einen bringt es dich kurz zum schmunzeln, ist leichte Kost und nichts worüber man kurze Zeit später noch nachdenkt. Zum anderen ist dies doch der Sinn von “Freizeit”, einen kurzen Moment mal abschalten und die Sorgen des Alltags vergessen. Zu erst wurden alle wichtigen Nachrichten der Welt gecheckt und kurz vor dem Aussteigen das Neueste aus dem Dschungel, was dazu geführt hat, dass ich meist recht gut gelaunt und amüsiert in den Arbeitstag gestartet bin.
Hinzu kommt noch eine sehr interessante Beobachtung, die ich bei meiner Schwester gemacht habe, als sie am Wochenende zu Besuch war. Zu erwähnen ist, dass sie eine recht hohe Führungsposition inne hat und ein absoluter Workaholic ist. Sobald Mitternacht näher rückte kam tagtäglich “lass uns doch mal kurz gucken wer heute raus fliegt”. Meine Schwester, welche für mich zu den gebildetsten Menschen überhaupt zählt, war im absoluten Dschungel-Fieber! Für mich der Beweis dafür, dass sich solche Phänomene durch alle Bildungsschichten ziehen. Egal ob Doktor oder Hartz-IV-Empfänger, für jeden zählt der reine Unterhaltungswert verbunden mit der permanenten Suche nach dem “Ich-kling-mich-mal-kurz-aus-Schalter”, in der ständig stärker rotierenden Welt.
Persönlich finde ich das schönste am ganzen Soap-, Reality- und Casting-Theater, dass man keineswegs gezwungen ist die Sendungen regelmäßig zu verfolgen. Landet man mal zufällig drauf, kommt man immer wieder mit und kann nach einem kurzem “Lächeln” oder auch “Kopf schütteln” weiter seine Wege gehen.
Zu guter Letzt, das pulcino und seine Schwester sagen: Brigitte hat den Thron zu Recht bestiegen!